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Ver­wir­rung beim "Jüngs­ten Ge­rücht"

29.12.2014

Der Theaterverein Deuchelried hat vor ausverkauftem Haus Premiere

Von Jürgen Woidschützke

Deuchelried - Der Deuchelrieder Theaterverein spielt in diesem Jahr "Das Jüngste Gerücht" nach Heinrich von Kleist's Komödie "Der zerbrochene Krug", und das ganz wie es auf den Plakaten geschrieben ist: Auf Schwäbisch! Im Allgäu! Am Samstag hatte das Stück Premiere im ausverkauften Dorfgemeinschaftshaus.

Es ist Gerichtstag in Deuchelried, am 28. Januar 1885 morgens um Viertel nach Sieben in einem unordentlichen Gerichtssaal. Oberamtsrichter Lämmle (Marzell Biggel) sitzt mit seinem Schlafanzug auf einem Stuhl und verbindet seine Wade mit einem Verband. Gerichtsschreiber Lichtle (Daniel Geier) betritt seine Arbeitsstätte und ist über die Wunden am Kopf des Herrn Oberamtsrichter verwundert.

Die Nachricht, dass der Justizrat (Claus Schwerdle-Biggel) gerade auf dem Weg nach Deuchelried sei, ist keine gute Nachricht für Lämmle. Dieser bekommt Panik. Der Gerichtssaal wird aufgeräumt und der Oberamtsrichter kleidet sich ein. Nur seine Perücke kann er nicht finden. Er schickt seine Mägde los. Doch wie es der Zufall will, kann Magd Lies (Verena Hänsler) die Perücke des Oberamtsrichters nicht finden. Auch die Magd Vev (Katharina Bitterwolf) kommt ohne Leihperücke vom Pfarrer zurück. Doch bevor Vev zurück ist, betritt bereits der Justizrat das Gerichtszimmer und sieht die Wunden.

Bevor die Prüfung der Registraturen und der Kasse stattfindet, wohnt der Justizrat dem Gerichtstag bei. Die Witwe Nissle (Margit Müller) beschuldigt den Bauernsohn (Jonas Thanner) bei dem Besuch ihrer Tochter Dorle (Johanna Sigg) in der Nacht einen Krug vom Wangener Martinimarkt kaputt gemacht zu haben. "Soll ich den Prozess nach den Vorschriften abhalten oder wie es bei uns der Brauch ist?", fragt der zerstörte Lämmle den Justizrat.

Details kommen zum Vorschein

Im weiteren amüsanten Verlauf kommen immer mehr Details zum Vorschein. Frieder habe Männerstimmen in der Kammer von Dorle gehört, hätte die Tür eingetreten und mit der Türklinke dem fremden Wesen auf den Kopf geschlagen. Der Mann sei über das Fenster geflüchtet. Als auch noch die Nachbarin (Anja Ohmayer) ihre Beobachtungen vorbringt, wird Lämmle immer unruhiger.

Dem Publikum wird schnell klar, wohin das Theaterstück führt und woher die Wunden des Richters kommen. Dennoch bleibt es unterhaltsam. Mit schwäbischem Dialekt und charmanter Spielweise bringen die Darsteller das Publikum zum Lachen. Viele kleine Akzente sorgen für Lacher und Applaus. Die Rolle des Gerichtsdieners Hansjörg wird von Winfried Geier gespielt. Der Spielleiter Josef Biggel füllt die Rolle des Bauern Jockel Wolf aus.

Für besonderes Ambiente sorgen die Musiker der Deuchelrieder Theatermusik unter der Leitung von Christoph Heidel. Vera Schwerdle und Miriam Biggel singen zu der Musik passende Texte zum Theater. Als neue Schauspieler stehen Verena Hänsler, Katharina Bitterwolf, Johanna Sigg und Jonas Thanner auf der Bühne.

Die Aufführungen sind alle ausverkauft. Einzelne Restkarten werden nach Verfügbarkeit an der Abendkasse angeboten.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Ver­wir­rung beim "Jüngs­ten Ge­rücht"